Funktionsweise Tarifoptimierung
Die Tarifoptimierung wird im System Energiemanager definiert. Voraussetzung ist, dass ein dynamischer Stromtarif aktiviert wird, wie im Kapitel Energiemanager – IO-Konfiguration – Tarifsteuerung beschrieben. Die Tarifoptimierung stellt neben der EMS-Gerätebeeinflussung und dem Lastabwurf die dritte Grundlogik des Systems Energiemanager dar und funktioniert unabhängig von diesen. Sie gilt global für alle Nutzerprofile.
Das Konzept erlaubt eine freie Konfiguration der Tariftrigger, um maximale Flexibilität für unterschiedlichste Anwendungen zu gewährleisten. Dabei können bis zu vier Tariftrigger bzw. Preissignale parallel zur Gerätebeeinflussung genutzt werden. Die Tariftrigger erfassen fortlaufend Informationen über den Preisverlauf durch eine Trendaufzeichnung und ermöglichen eine gezielte Steuerung auf Basis von absoluten, relativen oder zeitbasierten Preisparametern. Diese Flexibilität erlaubt es, individuell auf Marktentwicklungen zu reagieren.
Durch die intelligente Nutzung dieser Funktionen können Endkunden aktiv an Energiemärkten partizipieren und ihre Energiekosten nachhaltig reduzieren.
Tariftrigger
Unter Energiemanager – IO-Konfiguration – Tarifsteuerung können nun bis zu 4 Tariftrigger eingestellt werden, die unabhängig von einander arbeiten und über einen definierten Ausgang dann die frei zu konfigurierende Gerätebeeinflussung ausführen. Die Tariftrigger haben folgende Einstellmöglichkeiten:
Die verschiedenen Typen von Tariftriggern
- Niedrigste/Höchste Preise im Zeitraum: Sucht die Extremwerte des Preises in einem vorgegebenen Zeitraum, bis die Sollzeit des Triggers erreicht ist.
- Preis unter/über: Löst den Trigger aus, wenn der Preis unter bzw. über einen definierten Absolutwert fällt.
- Abweichung in % vom Mittelwert unter/über: Berechnet den Mittelwert des Preises im vorgegebenen Zeitraum und löst den Trigger aus, wenn der Preis um X % davon abweicht.
Weitere Parameter des Tariftriggers:
- Triggername: Individuell vergebbar; wird im Widget angezeigt.
- Ausgang: Ausgabe des Triggers (an Merker oder Geräteschnittstelle), um verknüpfte Aktionen auszuführen – z. B. Betriebsstatus, Leistungsüberhöhung, Temperaturreduzierung usw.
- Zeitraum von/bis: Gibt den Zeitraum vor, den der Algorithmus nutzt, um Best-/Niederpreise zu finden oder den Mittelwert zu ermitteln.
- Aktivzeit Max: Zeit, für die der Trigger maximal aktiviert wird, innerhalb des vorgegebenen Zeitraums.
- Aktivzeit Ist: Zeit, für die der Trigger im vorgegebenen Zeitraum bereits aktiviert wurde. • Batterie: Bestimmt das Verhalten der Batterie, wenn der Trigger auslöst (z. B. Batterieladung oder -entladung stoppen).
- Hinweis
“Hinweis: Die Batterie muss dieses Verhalten unterstützen.”
- Preisgrenze: Relevant für bestimmte Triggertypen wie Preis unter/über.
Beispiele für Tarifbeeinflussung
In diesem Absatz sind einige Beispiele für gängige Tariftrigger genannt:
E-Mobil Tarifladen
Ziel: Automatisches Starten des Ladevorgangs bei den günstigsten Strompreisen im Tagesverlauf.
Einstellungen:
- Typ: Niedrigste Preise im Zeitraum
- Triggername: E-Mobil Tarifladen
- Ausgang: M.070 • Zeitraum von/bis: 08:00 – 17:00 Uhr
- Aktivzeit Soll: 4 Std. (Ladedauer innerhalb des günstigsten Zeitfensters)
- Batterie: Entladung stoppen (Priorität auf Fahrzeugladung)
- Einschaltpreis: 18,09 Cent
Funktionsweise:
Der Energiemanager analysiert die Strompreise im vorgegebenen Zeitraum (08:00–17:00 Uhr) und aktiviert den Ladeausgang automatisch für insgesamt 4 Stunden in den günstigsten Preisintervallen. Damit wird sichergestellt, dass das E-Mobil kosteneffizient geladen wird, ohne dass eine manuelle Steuerung erforderlich ist.
Wärmepumpen-Sperre / Tarifladen
Ziel: Optimierung des Wärmepumpenbetriebs durch Sperrung in teuren Phasen bzw. Nutzung günstiger Preise für Heizbetrieb.
Einstellungen:
- Typ: Höchste Preise im Zeitraum (Sperre während teurer Stromphasen)
- Triggername: WP-Sperre
- Ausgang: M.071
- Zeitraum von/bis: 18:00 – 06:00 Uhr
- Aktivzeit Soll: 3 Std.
- Einschaltpreis: 43,34 Cent
Funktionsweise:
Während des festgelegten Zeitraums identifiziert der Energiemanager die teuersten Preisphasen und aktiviert den Sperr-Ausgang für 3 Stunden, um die Wärmepumpe in dieser Zeit zu deaktivieren. Dadurch werden Betriebskosten gesenkt und der Energieverbrauch in Hochpreiszeiten vermieden. Alternativ kann der Trigger auch invers genutzt werden (niedrigste Preise im Zeitraum), um gezielt günstige Ladezeiten für Wärmepumpenspeicher zu nutzen.
Push-Nachricht als Preis-Indikator
Ziel: Information des Nutzers über aktuelle Preisentwicklungen, ohne direkte Geräteansteuerung.
Einstellungen (Beispiel):
- Typ: Preis unter/über
- Triggername: Preis-Indikator
- Ausgang: Push-Nachricht oder Systemmeldung
- Preisgrenze: z. B. < 15 Cent (Benachrichtigung bei sehr günstigen Preisen)
- Aktivzeit Max: frei definierbar
- Batterie: keine Aktion
Funktionsweise:
Der Trigger überwacht kontinuierlich den Strompreis und sendet eine Push-Nachricht, sobald ein definierter Schwellenwert unter- oder überschritten wird. So wird der Nutzer aktiv informiert, ohne dass eine Steuerung der angeschlossenen Geräte erfolgt. Diese Funktion eignet sich ideal als Preis-Indikator zur manuellen Entscheidungsunterstützung. (Das Senden der Push Nachricht kann durch Aufruf von Aktionen und Verknüpfung mit System Benachrichtigung erfolgen).
